Stellen Sie sich vor, eine neue Führungskraft tritt ihre Position in Ihrer Organisation an. Fachlich ist sie bestens qualifiziert – doch schon nach kurzer Zeit wird deutlich: Unternehmen und Führungspersönlichkeit passen nicht zusammen – es hakt im direkten Kontakt, die erhofften Veränderungen bleiben aus. Ein Szenario, das vermeidbar ist.
Denn gerade in Führungspositionen zeigt sich: Die Persönlichkeit entscheidet in der Regel stärker über Erfolg oder Misserfolg als die reine fachliche Eignung.
Fundierte Eignungsdiagnostik als Schlüssel
Hier setzt unsere Eignungsdiagnostik in der Personalberatung an. Denn die „Hard Facts“ wie fachliche Qualifikation und Vorerfahrung sind nicht ausreichend. Damit eine Führungskraft langfristig erfolgreich sein kann, braucht es mehr: die überfachliche, persönliche Seite.
Gute Eignungsdiagnostik betrachtet daher auch, inwieweit Persönlichkeitsmerkmale, Einstellungen oder Verhaltensweisen der Führungskraft zum Unternehmen passen.
Ein erprobtes Verfahren für diesen Kontext ist das Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (BIP). Es kann – je nach eingesetzter Version – sowohl zur Definition des Anforderungsprofils als auch zur Einschätzung der Passung der Kandidatinnen und Kandidaten genutzt werden.
Anforderungen präzise erfassen mit dem BIP
Das BIP ist wissenschaftlich fundiert, praxisnah und speziell für den beruflichen Kontext entwickelt. Mit ihm lassen sich berufsrelevante Eigenschaften und Verhaltensdispositionen erfassen und beschreiben.
Es schafft damit unter anderem die strukturierte Grundlage für ein differenziertes Anforderungsprofil im Personalauswahlprozess. Für diesen Bereich gibt es das sogenannte BIP-6F-AM (6 Faktoren-Anforderungsmodul), das Anforderungen an die persönliche Seite systematisch sichtbar macht.
Das Verfahren betrachtet sechs zentrale Persönlichkeitsdimensionen, die im beruflichen Kontext besonders relevant sind:
- Engagement (Leistungsbereitschaft und Wettbewerbsorientierung)
- Disziplin (Struktur, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit)
- Soziale Kompetenz (Einfühlungsvermögen und Kontaktstärke)
- Kooperation (Teamorientierung und Einbindung)
- Dominanz (Durchsetzungsfähigkeit und unabhängige Entscheidungen)
- Stabilität (Umgang mit Belastung, Stress und Rückschlägen)
Zusammen liefern diese Dimensionen ein umfassendes Bild der persönlichen Anforderungen einer Position.
Für das Anforderungsprofil gewichten verschiedene Stakeholder, inwieweit diverse Aussagen auf die zu besetzende Position zutreffen. Dadurch leiten sich Skalenwerte für die einzelnen Persönlichkeitsdimensionen ab. So wird der individuelle Blickwinkel auf die Anforderungen sichtbar. Dabei gibt es kein richtig oder falsch.
Vielmehr wird deutlich, welche Persönlichkeitsmerkmale, Einstellungen und Verhaltensweisen für die Position aus den jeweiligen Blickwinkeln der Beantwortenden im Vordergrund stehen, ergänzend zu den fachlichen Kriterien.
Mehrwert in Aktion
Besonders wertvoll wird der BIP-6F-AM, wenn Kundinnen und Kunden die Ergebnisse aktiv mit Leben füllen. Indem sie ihre Einschätzungen durch konkrete Praxisbeispiele ergänzen und in typische Situationen einordnen, wird die Position noch greifbarer. So entsteht ein vollständiges Bild – weit über die klassische Stellenbeschreibung hinaus – als Basis für gezielte Interviewleitfäden.
Der BIP-6F-AM schafft so eine differenzierte und verlässliche Grundlage, um Anforderungen präzise zu beschreiben. Das erleichtert nicht nur die spätere Auswahl geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten, sondern erhöht auch die Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit im Prozess. Das bedeutet: mehr Klarheit, Struktur und Sicherheit.
Damit wir unsere Kundinnen und Kunden mit dem BIP-6F-AM bestmöglich unterstützen, hat Rüdiger Hossiep, der Testentwickler des BIP, im ifp geschult. Seit mehreren Monaten setzen einige Branchenteams das Verfahren in ihrer Arbeit ein. Dank der Schulung wenden sie das Verfahren nicht nur an, sondern verstehen es jetzt noch mehr in seiner Tiefe und integrieren die Ergebnisse optimal in die Beratung. Für die bestmögliche Passung zwischen Kandidatin bzw. Kandidat und Unternehmen.
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Teresa Zwick-Pohl,
Psychologin (M.Sc.) und Beraterin
